wissenschaft und das menschliche energiefeld

WLR: In verschiedenen alternativen Therapieformen beziehen wir uns auf Heil-Energie. Was halten Sie von diesem Begriff?

JLO: Dieser Begriff war in akademischen Kreisen lange umstritten, was sich im Zuge einiger grundsätzlicher medizinischer Forschung gerade ändert. Ein großer Verdienst gebührt C. Andrew L. Bassett und seinen Kollegen vom Columbia University College of Physicians sowie Chirurgen in New York für ihre Hartnäckigkeit, fest verwurzelten Skeptizismus und einschüchternde behördliche Hürden zu überwinden, um die Therapie mit pulsierenden elektromagnetischen Feldern (PEMF) bei der Heilung von Knochenbrüchen in der Schulmedizin zu etablieren. Die Forschungen zeigten, dass bestimmte Magnetfelder als Starthilfe für einen Heilungsprozess bei unverheilten Frakturen dienten, auch wenn diese über 40 Jahre alt waren. Bassett und seine Kollegen in Columbia erforschten auch den Einsatz von PEMF an anderen Problemen des Bewegungsapparates und hatten beachtliche Erfolge, u.a. bei Arthrose, Knochennekrose, Osteochondritis dissecans, Osteogenesis imperfecta und Osteoporose.

Abb. 2A: In den frühen 1980ern bewiesen Brighton, Bassett und andere, dass nicht verheilte Frakturen durch elektrische und magnetische Felder zum Heilen angeregt werden konnten. Laut FDA (die US-Gesundheitsbehörde, Anm. d. Übersetzers) gilt die Methode als sicher und wirksam.

Abb. 2A: In den frühen 1980ern bewiesen Brighton, Bassett und andere, dass nicht verheilte Frakturen durch elektrische und magnetische Felder zum Heilen angeregt werden konnten. Laut FDA (die US-Gesundheitsbehörde, Anm. d. Übersetzers) gilt die Methode als sicher und wirksam.

Die erste Zulassung für die Magnetfeldtherapie wurde von der FDA 1979 erteilt. Darauf aufbauende Forschung zeigte, dass die Heilung in anderen Geweben mit verschiedenen Frequenzen angeregt wurde. Abb. 2A zeigt eine Knochenheilungs-Apparatur, bei der Drahtspulen, in der Nähe des Bruchs platziert, einen Stromfluss im Knochen induzieren.
Die für die Gewebeheilungs-Stimulierung wichtigen Frequenzen befinden sich alle in dem biologisch entscheidenden ELF-Bereich (extremely low frequency = Niederfrequenzbereich). Zwei Schwingungen pro Sekunde (Hz) sind effektiv für die Regeneration von Nerven, 7 Hz sind optimal für Knochenwachstum, 10 Hz wird für Bänder verwendet und etwas höhere Frequenzen funktionieren bei Haut und Kapillaren.
Das Phänomen der Induktion wurde 1831 in England von Michael Faraday beschrieben. Er zeigte, dass ein messbarer Stromfluss in einem Leiter entstand, wenn man in der Nähe einen Magneten bewegte. Faradays Induktionsgesetz ist eine grundsätzliche Regel im Elektromagnetismus. Es ist die Grundlage für eine moderne Wissenschaft, die als Magnetobiologie bezeichnet wird und die Wirkungen von Magnetfeldern auf lebende Organismen erforscht.
Wichtig ist an all dem, dass es erwiesen ist, dass Anwender von diversen Heiltechniken, egal ob sie die Hände direkt auflegen oder nicht, wie Reiki, Akupressur, Aurabalance, Bowen, Craniosacral-Therapie, Rolfing, healing touch, Polaritätstherapie, Massage oder Zero Balancing ELF-Signale mit ihren Händen erzeugen können. Das wurde in einer wertvollen Studie von Dr. John Zimmerman entdeckt. Seine Ergebnisse sind in Abb. 2B zu sehen. Er fand heraus, dass dieses pulsierende Feld von den Händen der Anwender von Therapeutic Touch und Healing Touch erzeugt wird und Nicht-Anwender solche Signale nicht produzieren.

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Abb. 2B: ELF-elektromagnetische Signale werden von den Händen ausgebildeter Heiler erzeugt, von Personen ohne entsprechende Kenntnisse jedoch nicht.

Zimmerman zeigte, dass das vom Heiler erzeugte pulsierende Feld keine konstante Frequenz hatte, sondern ständig variierte. Die Frequenz wogte höher und tiefer durch die sehr ähnliche Bandbreite der ELF-Frequenzen, die medizinische Forscher bei ihren Untersuchungen als heilungsanregende Impulse in verschiedenen Geweben identifiziert hatten.
Demzufolge haben wir eine enorme Synergie zwischen klinischer Biomedizin und komplementärer Medizin aufgedeckt. Es scheint wahrscheinlich, dass eine Wirkung der verschiedenen energetischen Heilmethoden mit oder ohne Berührung ist, Gewebe die selben heilenden Frequenzen zuzuführen, die von medizinischen Forschern als Schlüssel zur Gewebeheilung identifiziert wurden. (siehe Abb. 2C.) Darüber hinaus ist weitere sorgfältige medizinische Forschung über die Mechanismen, wie diese Signale Zellen beeinflussen, gleichermaßen für beide Therapien gültig: konventionelle und komplementäre.

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Abb. 2C: Die Idee einer Interaktion von Feldern zwischen Individuen ist ein zentrales Thema in vielen Heiltechniken.

Die Grundlagenphysik der Induktion ist wichtig, weil sie hilft, einige der Wirkungen von Reiki und anderer ähnlicher Heilmethoden zu erklären. Im Wesentlichen können biomagnetische Felder, von den Händen der Heiler erzeugt, in Gewebe und Zellen von Individuen, die sich in der Nähe befinden, Stromflüsse induzieren. Belege, dass das aktuell möglich ist, ist ansprechend in der faszinierenden Abhandlung „Science of the Heart“ zusammengefasst, welches das Institute of HeartMath in Boulder Creek, Kalifornien, herausgegeben hat.
Als Ergebnis dieser Entdeckungen habe ich eine Definition herausgegeben, die gleichzeitig eine Hypothese ist: Heilenergie, erzeugt durch einen medizinischen Apparat oder abgestrahlt von einem menschlichen Körper, ist die Energie bestimmter Frequenzen oder einer Gruppe von Frequenzen, welche die Wiederherstellung eines oder mehrerer Gewebe stimulieren.

WLR: Können Sie aus Ihrer Forschung heraus den biologischen Mechanismus erklären, der für das menschliche Energiefeld verantwortlich ist?

JLO: Das biomagnetische Feld entsteht durch die pulsierenden elektrischen Ströme, die von den Geweben ausgehen. Das Gesamtfeld des Körpers, aus der Entfernung betrachtet, ist eine Zusammensetzung von allen diesen Feldern, von denen das Herz-Feld am stärksten ist. Da Blut gut leitet, pulsiert das ganze Kreislaufsystem bei jedem Herzschlag mit Elektrizität. Die zweitstärkste Elektrizitätsquelle ist die Netzhaut, die sich wie eine Batterie verhält, die ihre Polung ändert, wenn Licht auf sie fällt. Das drittstärkste Feld wird von den verschiedenen Muskeln produziert, wobei große Muskeln größere Felder erzeugen und kleine Muskeln, wie z.B. die Augenlider, kleinere Felder. Das Magnetfeld vom Gehirn ist etwa so stark wie ein Tausendstel des Herz-Feldes. Noch schwächer sind die von Hirn hervorgerufenen Felder, wenn ein Sinnesreiz wahrgenommen wird, wie ein Klang, ein Licht oder eine Berührung. Abschließend, sind die schwächsten Felder die vom Reizleitungssystem des Herzens, Purkinje-System genannt, dem His-Bündel und den Tawara-Schenkeln. Wie schon gesagt, ist das gesamte Feld eine Mischung von all diesen Feldern.

WLR: Sind die Messinstrumente so erschwinglich, dass Laien es sich leisten können, das menschliche Energiefeld nachzuweisen?

JLO: Die Antwort ist davon abhängig, welchen Teil des Feldes Sie messen möchten. Biomagnetische Messungen benötigen allgemein teures Equipment und abgeschirmte Räume, um sicher zu sein, dass keine Störungen des elektromagnetischen Umfeldes gemessen werden. Eine Ausnahme scheint die Ausstrahlung von Qi Gong Meistern und anderen zu sein, die fähig sind, sehr starke biomagnetische Felder zu erzeugen. Sie sind stark genug, um mit zwei Spulen mit je 80.000 Wicklungen und einem Verstärker ein Messergebnis zu erzeugen. Das wurde 1992 von Seto und Kollegen in Japan demonstriert (siehe Abb. 3). Und es gibt faszinierende Messungen vom elektrischen Feld des Herzens, die jeder mit do-it-yourself-Mitteln durchführen kann; sie sind von Shawn Carlson im Artikel „The Amateur Scientist“ im Magazin Scientific American in der Ausgabe vom Juni 2000 veröffentlicht worden. Außerdem gibt es Software und Hardware, um ein wichtiges Phänomen zu messen, welches als Herzfrequenzvariabilität bekannt ist*.

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Diese Instrumente können bei der Untersuchung von Reiki sehr wertvoll sein, wenn sich, wie ich es vermute, bewahrheitet, dass die involvierten Energien in Zusammenhang mit dem Energiefeld des Herzens stehen, welches ja das stärkste Feld ist, das der Körper erzeugt. Das Institute for HeartMath hat mit einer Studie über die Zusammenhänge zwischen Energiefeldern des Herzens und emotionalen Zuständen Pionierarbeit geleistet. Im Wesentlichen erzeugen Gefühle von Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit besonders harmonische Schwingungen im Frequenzspektrum des Elektrokardiogramms, welche sich im ganzen Körperfeld zeigen und jede Körperzelle positiv beeinflussen. Gleichermaßen haben Angst, Ärger und Sorge Einfluss auf das Feld und werden so über die energetischen Wege an jede Körperzelle kommuniziert.

WLR: Das ist extrem interessant! Viele Reiki-Anwender fühlen die Reiki-Energie durch das Herz ins System eindringen, von wo aus sie die Arme abwärts bis zu den Händen fließt. Können Sie uns eine wissenschaftlich fundierte Hypothese geben, die beschreibt, wie Reiki-Energie erzeugt werden könnte?

JLO: Von dieser Information ausgehend, ist eine mögliche Hypothese, dass wenn ein Reiki-Anwender mit der Behandlung beginnt, Emotionen wie Mitgefühl, Liebe und andere heilende Gefühle im Herz entstehen. Diese Gefühle verändern die elektrischen Energien des Herzens, die durch die Nerven übertragen werden und besonders durch das elektrisch leitende Gefäßsystem in die Hände gelangt, wo sie heilende Biofelder erzeugen, die in dem Klienten induziert werden.
Meine Vermutung ist, dass die Felder, die während einer Reiki-Anwendung erzeugt werden, minimal und sehr präzise auf spezielle Frequenzen eingestellt sind, so dass sie das Immunsystem und andere wichtige Körpersysteme stimulieren. Das ist eine Hypothese, die getestet werden muss.
Das Handauflegen ist eine alte Heilmethode und die verschiedenen Therapeuten, die mit der Energie arbeiteten und sie spürten, wortwörtlich jahrtausendelang, müssen als echte Pioniere betrachtet werden. Ich glaube, dass ihre Erfahrungen, wie die Wahrnehmung, dass die Aura mehrere Schichten hat, eines Tages als korrekt bewiesen sein wird. Wir werden ebenso herausfinden, was Chakren wirklich sind. Aus einer praktischen Perspektive hat die Wissenschaft der Biofelder eine Menge aufzuholen.

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