wissenschaft und das menschliche energiefeld

WLR: Wenn die Biofelder in den Händen der Heiler erzeugt wurden, wie heilen sie dann?

JLO: Die Entdeckung, dass pulsierende Magnetfelder das Verheilen von Knochen und anderem Gewebe stimulieren kann, führte zu einer ganzen Serie sorgfältiger Studien darüber, wie die Methoden funktionieren. Als Resultat haben wir ein detailliertes Verständnis davon, wie Energiefelder den Heilungsprozess in verschiedenem Gewebe anregen. Derzeit gibt es einige plausible Hypothesen, die untersucht werden. Ich werde die Hypothese beschreiben, die am sorgfältigsten untersucht wurde. Sie ist in Abb. 4 skizziert und kann als Signal-Kaskade bezeichnet werden.
Es gibt zwei Teile in der Geschichte: Zuerst haben wir ein detailliertes Bild von der Reaktions-Kaskade, die stattfindet von der Zelloberfläche zum Zytoplasma und weiter zum Kern und den Genen, wo selektive Prozesse auf die DNA dokumentiert wurden. Zweitens gibt es das Phänomen der Verstärkung, welches ein winziges Feld befähigt, eine große Wirkung zu erzielen. Diese Geschichte ist Teil einer Vorlesung, die A.G. Gilman 1994 hielt, als er den Nobelpreis für medizinische Physiologie erhielt. Entdeckt wurde, dass ein einzelnes Hormon-Molekül, ein Neurotransmitter oder ein einzelnes Photon elektromagnetischer Energie eine ganze zelluläre Reaktion auslösen kann. Eine der Schlüsselfunktionen im Verstärkungsprozess ist die Aktivierung eines Kalziumkanals, so dass hunderte von Kalzium-Ionen in die Zelle fließen können, wo sie diverse zelluläre Prozesse anstoßen, die zur Reparatur von verletztem oder krankem Gewebe führen.
Der wichtigste Aspekt dieser Forschung ist, dass sehr kleine Felder die besten Ergebnisse produzieren. Dies ist aktuell eine tiefgreifende und wesentliche Erkenntnis, die für jedes Gebiet der Medizin Folgen haben wird.
Wenn ein Therapeut nicht den gewünschten Effekt erhält, gibt es eine Tendenz, mehr zu machen, zu forcieren, die Intensität eines Apparates zu erhöhen oder ein Medikament höher zu dosieren. Moderne Forschung zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Lebende Gewebe reagieren nach neuesten Erkenntnissen weit sensibler, als wir jemals vermuteten. Nach einer Phase, in der viele Wissenschaftler sicher waren, dass beobachtete Empfindlichkeiten gegenüber Energiefeldern physikalisch unmöglich seien, wissen wir heute, dass biologische Systeme sich der simplen Logik widersetzen, dass stärkere Reize bessere Ergebnisse bewirken. Für viele lebende Systeme können extrem schwache Felder effektiver als starke sein.

Abb. 4: Die zelluläre Kaskade und Verstärkung.

Abb. 4: Die zelluläre Kaskade und Verstärkung.

Einer der Wege, wie diese Methoden funktionieren, ist die Kommunikationskanäle zu öffnen, über die sich Zellen innerhalb des Körpers miteinander „mitteilen“ und einen Freiraum zu schaffen, so dass sich Zellen zu den Plätzen bewegen können, wo sie gebraucht werden, um den Impuls für eine Heilung oder den Kampf gegen einen Erreger zu geben. Ein anderer Effekt dieser Methoden ist, die Person zu beruhigen, damit ihr Immunsystem problemlos arbeiten kann.

WLR: Gibt es einen möglichen biologischen Grund, warum manche Menschen das menschliche Energiefeld sehen oder spüren können?

JLO: Es gibt ein physikalisches Phänomen, welches auch nach Michael Faraday benannt ist: der Faraday-Effekt. Magnetische Felder verändern die Polarisation des Lichts. Das Auge ist sehr empfindlich für die Polarisation von Licht und ich glaube, dass manche Menschen die Fähigkeit haben, das Energiefeld des Körpers wahrzunehmen, in dem sie sich darauf einstellen, wie das Feld die Polarisation des Lichts verändert. Manche Menschen werden mit einer solch hochgradigen Sensibilität geboren und andere erwerben das später. Ich denke, dass das die Form von Vision ist, die manche Menschen befähigt, die Schichten des menschlichen Energiefeldes zu sehen.
Ein anderer zu berücksichtigender Mechanismus ist die Entdeckung einiger Wissenschaftler, dass die Netzhaut des Auges nicht nur auf Licht, sondern auch auf Magnetismus reagiert. Einige der besten Untersuchungen wurden mit Bienen gemacht. Sie benutzen magnetische Informationen zur Orientierung. Diese Forschung ist ziemlich weit entwickelt und Neurophysiologen haben spezifische Nerven gefunden, die vom Auge Signale senden, wenn ein Magnet in die Nähe des Auges gelangt. Ob das visuelle System jetzt auch ein magnetisches Bild seiner Umgebung bilden kann, bleibt ein interessantes Thema für weitere Studien.
Die beiden Herangehensweisen geben teilweise verschiedene Arten von Informationen über das menschliche Energiefeld. Mein Ziel ist es, zu sehen wie diese Beobachtungen zusammengefügt werden können um ein umfassenderes Bild zu geben, als jeder Ansatz für sich alleine könnte – und genau das passiert gerade.

WLR: Gibt es eine Korrelation zwischen Energiemedizin und Bewusstsein? Wenn ja, welche Rolle spielt das Bewusstsein in der Energiemedizin?

JLO: In Bezug auf das Bewusstsein haben einige Wissenschaftler vorgeschlagen, für das, was wir als Verstand bezeichnen, ein dreidimensionales neuromagnetisches Feld zugrunde zu legen, welches die reelle Substanz des Bewusstseins sei. Das sind interessante Konzepte, die ich in meinem neuen Buch „Energy Medicine in Therapeutics and Human Performance“ behandle, welches voraussichtlich im März 2003 veröffentlicht wird.
Die Art, wie dies die Energiemedizin beeinflusst, ist wichtig. Kein Problem ist dringender als die Auflösung von Traumata und traumatischen Erinnerungen. Das betrifft die individuelle Ebene und die Ebenen von Gesellschaften, Nationen und ethnischen Gruppen. Angesichts des jetzigen Zustands der Welt hat die Energiemedizin bei der Lösung von Traumata eine Schlüsselfunktion für unser künftiges Überleben. Drei wichtige Bücher vertiefen dieses Thema: „Trauma Energetics“ von William Redpath, „Energy Psychology“ von Gallo und „Waking the Tiger“ von Levine. Auch dieses Thema habe ich in meine neues Buch aufgenommen.

WLR: Reiki-Heiler berichten aus Erfahrung, dass sich die die Heilenergie von Reiki selbst leitet und tatsächlich so etwas wie eine höhere Intelligenz oder Kraft beinhaltet, die exakt die richtigen Schwingungen für den Klienten erzeugen. Diese höhere Intelligenz scheint ebenfalls die Anwender anzuleiten, ihre Hände zu den richtigen Körperstellen zu führen und für die adäquate Zeit an dieser Stelle zu lassen. Gibt es etwas in Ihrer Forschung, was auf diese Möglichkeit hinweist – die Existenz einer höheren Intelligenz, die Reiki-Energie und auch Anwender leitet?

JLO: Aus einer wissenschaftlichen Perspektive ist die höhere Intelligenz, auf die Sie sich beziehen, nichts anderes als das uns eigene, innere Wissen, welches wir alle haben und worauf wir zugreifen können, wenn wir unsere mentalen Prozesse entspannen und unserem Unterbewußtsein erlauben, auf die wichtigen Dinge zu fokussieren. In „The User Illusion“ beschreibt Tor Nørretranders, wie unser Bewusstsein jede Sekunde nur einen winzigen Bruchteil der 11 Mio. Bits von Informationen aufnimmt, die unsere Sinnesorgane zum Gehirn schicken. Der Großteil dieser Informationen geht in unser Unterbewusstsein, wo sie außerhalb unserer Aufmerksamkeit verarbeitet werden. Wenn wir also unserer Ahnung oder Intuition vertrauen, verlassen wir uns auf Informationen, die näher an der Realität sind, als das, was wir als Realität empfinden, einfach sie auf sehr viel mehr Informationen basieren, die auch Zeit hatten, innerlich verarbeitet zu werden. Wenn Sie also fähig sind, Ihr Denken abzuschalten, werden Sie merken, dass sich Ihre Hände, wie von Magneten gezogen zu den richtigen Körperstellen bewegen und Sie werden sie zur rechten Zeit zu anderen Stellen bewegen.
Ich glaube, eine der Möglichkeiten, wie das funktioniert, ist dass verletztes oder krankes Gewebe Signale aussendet, die in das Energiesystem der Hände induziert werden und sie so zu den richtigen Plätzen leiten. Diese Hypothese ist es wert, getestet zu werden.
Was die Möglichkeit eines inneren Mechanismus angeht, der das Biofeld des Reiki-Anwenders entsprechend den Bedürfnissen des Klienten automatisch regelt, habe ich in meinem neuen Buch darüber berichtet. Wenn Sie verstehen, dass lebende Gewebe aus halbleitendem Material bestehen und dass sie anspruchsvolle elektronische Schaltkreise bilden, wird klar, wie verschiedene Frequenzen sowohl aufgenommen als auch ausgesendet werden. Ich nenne dies das Betriebssystem des Körpers und vergleiche es mit dem eines Computers. Es ist ein System, welches still und unsichtbar im Hintergrund arbeitet und all die Aufgaben des Computers ausführt. Ebenso läuft das Betriebssystem des Körpers still und unsichtbar im Hintergrund von allem, was wir tun. Eine der Aktivitäten könnte sein, die Frequenzen der inneren Schaltkreise so zu regeln, wie es für die Situation am besten ist. Im Fall einer Reiki-Behandlung würde das beinhalten, dass das System des Anwenders sich auf die Schwingungen des Klienten einstellt und in dessen Gewebe ein anderes, ausgleichendes Signal projiziert wird. Das sind natürlich zu testende Hypothesen.
Mit den passenden Messgeräten könnten wir diese Interaktionen untersuchen und die Hypothese entweder bestätigen oder verwerfen. Dabei würden wir riesige Mengen von Informationen über den Körper gewinnen, was für alle Zweige der Medizin wertvoll wäre. So funktioniert Wissenschaft. Eine Hypothese zu haben, auch wenn sie falsch oder unvollständig ist, ist ein Vorteil gegenüber keiner Hypothese, weil es etwas gibt, was untersucht werden kann. Ob die Hypothese richtig oder falsch ist, ist weniger wichtig als die Informationen, die sich aus den Untersuchungen ergeben.

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"zu-fälliger" geistes-blitz:

Die verbitterten Gesichtszüge eines Mannes sind oft nur die fest gefrorene Verwirrung eines Knaben. (Franz Kafka)