wissenschaft und das menschliche energiefeld

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Der folgende Artikel ist eine Übersetzung des Nachdrucks vom „Reiki News Magazine“ vom Winter 2002.

james l. oschman, ph.d. wird von william lee rand interviewt

James L. Oschmann, Ph.D.

James L. Oschmann, Ph.D.

James Oschman ist eine der führenden Autoritäten für das wissenschaftliche Verständnis des Heilens durch Handauflegen. Sein breit gefächerter Hintergrund als Wissenschaftler und seine Erfahrung und Kenntnis ganzheitlichen Heilens gibt ihm eine einzigartige Möglichkeit, den Graben zwischen der akademisch-medizinischen Welt und den alternativen Heilern zu überbrücken. Sein Buch „Energy Medicine“ und sein bald erscheinendes neues Buch „Energy Medicine in Therapeutics and Human Performance“ sind beachtlich in der Fähigkeit, wie sie auf einfache Weise eine wissenschaftliche Basis für das Heilen durch Handauflegen bereitstellen. Seine Arbeit macht es für Ärzte und Forscher einfach, Reiki zu verstehen und zu akzeptieren, was für jeden wertvoll ist, der Reiki in Krankenhäusern installieren oder in einem klinischen, wissenschaftlichen Setting arbeiten will. Seine faszinierenden Ideen und Einblicke geben uns eine neue Perspektive, wie Reiki funktioniert, und inspiriert uns, unsere Fähigkeiten besser einzusetzen.

WLR: Können Sie uns etwas über Ihren wissenschaftlichen Hintergrund mitteilen – in welche Gebiete Sie involviert sind und was Sie angetrieben hat, sich auf Energiemedizin zu konzentrieren?

JLO: Als akademischer Wissenschaftler habe ich auf den Gebieten der Zellbiologie, Biophysik und Physiologie geforscht und an den größten Universitäten und Laboratorien in den USA und im Ausland unterrichtet. Mein Spezialgebiet war das Elektronenmikroskop und die mikroskopische Struktur diverser Zellen und Gewebe zu untersuchen. Das war ca. 20 Jahre sehr interessant, doch dann bekam ich ein Rückenproblem, was wohl von dem langen Bücken am Mikroskop kam. Irgendwann fand ich einen Weg zur Strukturellen Integration, was mein Leben veränderte. Abgesehen davon, dass Peter Melchior meinem Rücken half, berichtete er mir auch über das ganze Forschungsgebiet der menschlichen Energie, von dem ich die ganzen akademischen Jahre nichts mitbekommen hatte. Ich war neugierig, zu sehen, was hinter den vielen faszinierenden und wichtigen Entdeckungen steckte, die er mir beschrieb und warum sie nie in Kursen, Seminaren oder Gesprächsrunden akademischer Zirkel auftauchten. Es schien, dass aus irgendwelchen Gründen niemand über Energie sprechen wollte. Das kam mir komisch vor. Dem nachgehend, führte mich meine Neugier in das Gebiet der Energiemedizin. Ich traf viele Therapeuten, die viel über Energie zu wissen schienen und ich war gespannt, wie die Wissenschaft, welche auch immer, deren Beobachtungen erklären könnte.

WLR: Sie haben sowohl akademisch und wissenschaftlich als auch mit Reiki und anderen alternativen Heilmethoden gearbeitet. Können Sie aus Ihrer Perspektive Wege sehen, wie das zusammenpasst?

JLO: Komplementäre Medizin in wissenschaftliche Forschung zu integrieren, ist eine ungemein aufregende Bemühung. Mein erster Fokus war nicht, was die Wissenschaft den Anwendern beibringen kann, sondern was Wissenschaft von ihnen lernen kann. Später fand ich heraus, dass die Wissenschaft den Anwendern helfen kann, ein besseres Verständnis ihrer Arbeit zu entwickeln, z.B. ihrer Wirkungen auf der Ebene von Zellen und Molekülen. Während wir dieses Thema behandeln, bin ich mir sicher, dass Sie sehen werden, dass Reiki und andere Methoden nicht die Gesetze der Physik verletzen. Obwohl wir offensichtlich viel zu lernen haben, beginnen wir, logische Erklärungen und testbare Hypothesen dieser Methoden zu entwickeln, was das Kennzeichen guter Wissenschaft ist. Das Testen dieser Hypothesen ist eine der aufschlussreichsten und aufregendsten Forschungsreihen, die ich jemals erlebt habe.
Sie werden sehen, dass ich mich auf magnetische und biomagnetische Felder konzentriere. Das liegt daran, dass wir viel über diese Felder wissen und sie einfach zu messen sind. Das heißt nicht, dass wir andere Energieformen von der Recherche ausschließen. Der Körper sendet auch Licht, Klang, Hitze und elektromagnetische Felder aus – darüber hinaus hat er ein Gravitationsfeld.

WLR: Können Sie uns eine Definition von Energiemedizin geben?

JLO: In gewisser Weise ist jede Medizin Energiemedizin. Das mag trivial erscheinen, aber es macht einen wichtigen Bestandteil aus. Jede Intervention mit einem lebenden System bezieht auf die eine oder andere Art Energie mit ein. Wir haben alle unsere Spezialisierungen und Interessen und es ist herausfordernd, den Schritt in den Energiebereich zu gehen, weil es einfach das multidisziplinärste Vorgehen beinhaltet und es immer neue Erkenntnisse erzeugen kann, unabhängig von unserem Hauptziel. Es lohnt sich für Anwender von Reiki, etwas über Physik und Biologie zu lernen, damit sie die betreffenden Mechanismen verstehen. Es kann ihre Vorhaben klarer machen und es vereinfachen, ihre Arbeit Medizinprofessoren zu erklären, die wissenschaftlich arbeiten. Energiemedizin beinhaltet das Verständnis, wie der Körper elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder, inklusive Licht und Klang oder andere Energieformen wie Wärme, Druck, chemische und elastische Energie und Gravitation erzeugt und darauf reagiert.Wir sind daran interessiert, wie der Körper diese verschiedenen Formen von Energie produziert und wie sie heilend eingesetzt werden können.
Es ist wichtig für Therapeuten, die Reiki oder andere Methoden anwenden, dass die Wissenschaft den Ursprung dieser verschiedenen Energieformen nicht wirklich genau erklären kann. Wenn Sie also darüber unsicher sind, was das Wort Energie bedeutet, wenn Sie von der Wissenschaft verwirrt sind, sind Sie in guter Gesellschaft. Die besten Köpfe in der Wissenschaft, inklusive Albert Einstein, rangen darum, was Energie wirklich ist und wie sich verschiedene Energieformen zueinander verhalten. Auf einer grundsätzlichen Ebene ist das Problem immer noch nicht gelöst. Wir sagen, dass ein Elektron eine elektrische Ladung hat; aber warum es eine Ladung hat und was eine Ladung genau ist, bleibt für die Wissenschaft nach wie vor ein Rätsel.
Wenn Wissenschaftler, besonders Physiker, negativ auf den Begriff Energiemedizin reagieren, vergessen sie, dass es viele medizinische Technologien gibt, die verschiedene Energieformen für Diagnose und Behandlung nutzen. Röntgenstrahlen und Kernspintomografie fallen in die diagnostische Kategorie. Passive Messungen von den Feldern, die der Körper erzeugt, sind für die Diagnose auch wichtig: Elektrokardiogramme, Elektroenzephalogramme, Elektroretinogramme und Elekromyogramme. Jede dieser Diagnosetechniken hat einen kürzlich entdeckten biomagnetischen Gegenpart: Magnetokardiogramm, Magnetoenzephalogramm, Magnetoretinogramm und Magnetomyogramm. Jeder Arzt hat schon ein Elekrokardiogramm eingesetzt, ein Diagnosetool der Energiemedizin, welches seit fast einem Jahrhundert existiert.

Abb. 1A

Abb. 1A: 1963 messen Baule & McFee von der Syracuse University in New York das Magnetfeld des Herzens mithilfe von zwei Spulen mit je 2 Mio. Windungen. Das Herz-Feld hat etwa ein Millionstel der Stärke des Erd-Feldes.

Moderne Forscher haben die magnetische, elektrische und optische Biopsie entwickelt. Transkutane Nerven-Stimulatoren, Herzschrittmacher und Defilibratoren, Laser, Endoskopie und Magnetfeldtherapie sind Beispiele für energetische Behandlungsmethoden, die Teil der konventionellen Medizin sind. Kontrovers oder nicht, ist Energiemedizin, die auf dem Gebrauch von medizinischen Apparaten basiert, in Kliniken, Praxen und Laboren verbreitet und üblich. Reiki und andere Methoden des Heilens durch Handauflegen sind andere Formen von Energiemedizin, die auf wissenschaftlich messbaren Energiefeldern basieren, die von den Händen der Heiler ausgehen.

WLR: Konnte die Existenz des menschlichen Energiefeldes nachgewiesen werden und können Sie uns über die wissenschaftlich am besten validierten Studien berichten? Welche Instrumente wurden verwendet und wie wurde gemessen?

JLO: In wenigen Jahrzehnten haben sich Wissenschaftler von der Auffassung, dass es kein Energiefeld des menschlichen Körpers gibt, zu der Gewissheit hin entwickelt, dass solche Felder existieren und medizinisch wichtig sind. Neuerdings entscheiden Ärzte über die Behandlung auf der Basis von solchen Biofeld-Messungen.
Das erste, gut erforschte menschliche Energiefeld war das vom Herz. Diese Untersuchungen führten zum Elektrokardiogramm und wurden vor einem Jahrhundert von Einthoven durchgeführt, der für seine Leistungen 1924 den Nobelpreis bekam. Etwa ein Vierteljahrhundert später machte Berger Messungen der elektrischen Felder des Gehirns, woraus das medizinische Gebiet der Elektroenzephalografie resultierte.
Die Forschungen von Einthoven, Berger und anderen brachten den Nachweis, dass Organe wie Herz und Gehirn bioelektrische Felder erzeugen, die durch die Gewebe des Körpers gelangen und mit Elektroden an der Haut gemessen werden können. Das Elektrokardiogramm z. B. kann abgenommen werden, egal wo die Elektroden am Körper sitzen, und wenn es an den Füßen ist.

Abb. 1B

Abb. 1B: Ein wichtiger Apparat von Josephson Tunneling ist der SQUID-Magnetometer, der die biomagnetischen Felder um den Körper erfasst.

Es gibt ein fundamentales physikalisches Gesetz, das Ampèrsche Gesetz, dass besagt: Wenn Strom durch Leiter wie Drähte oder lebende Gewebe fließt, erzeugt er ein ihm proportionales Magnetfeld in seiner Umgebung.
Da lebende Gewebe Elektrizität leiten, folgt daraus – den klassischen physikalischen Gesetzen folgend – dass die Ströme vom Herz, anderen Muskeln, vom Gehirn und anderen Nerven zwangsläufig magnetische Felder im Umfeld des Körpers erzeugen. Diese nennt man biomagnetische Felder.
Das biomagnetische Feld vom Herz wurde erstmals 1963 in Syracuse, New York mit zwei Spulen gemessen, die jeweils zwei Millionen Drahtwindungen hatten. (Siehe Abb. 1A)

Etwa zu der Zeit, als diese Messungen gemacht wurden, gab es eine Entdeckung in Cambridge, England, welche die Messungen des biomagnetischen Feldes revolutionierte und ein Jahrzehnt später Brian Josephson zum Nobelpreis verhalf. Josephsons Entdeckung führte zu der Entwicklung eines sehr empfindlichen Magnetometers, SQUID genannt. (Supraleitende Quanteninterferenzeinheit) Diese Apparate werden nun weltweit in medizinischen Laboren verwendet, um das menschliche Energiefeld zu untersuchen. Abbildung 1B zeigt den Basis-Aufbau eines SQUID-Magnetometers.

WLR: In verschiedenen alternativen Therapieformen beziehen wir uns auf Heil-Energie. Was halten Sie von diesem Begriff?

JLO: Dieser Begriff war in akademischen Kreisen lange umstritten, was sich im Zuge einiger grundsätzlicher medizinischer Forschung gerade ändert. Ein großer Verdienst gebührt C. Andrew L. Bassett und seinen Kollegen vom Columbia University College of Physicians sowie Chirurgen in New York für ihre Hartnäckigkeit, fest verwurzelten Skeptizismus und einschüchternde behördliche Hürden zu überwinden, um die Therapie mit pulsierenden elektromagnetischen Feldern (PEMF) bei der Heilung von Knochenbrüchen in der Schulmedizin zu etablieren. Die Forschungen zeigten, dass bestimmte Magnetfelder als Starthilfe für einen Heilungsprozess bei unverheilten Frakturen dienten, auch wenn diese über 40 Jahre alt waren. Bassett und seine Kollegen in Columbia erforschten auch den Einsatz von PEMF an anderen Problemen des Bewegungsapparates und hatten beachtliche Erfolge, u.a. bei Arthrose, Knochennekrose, Osteochondritis dissecans, Osteogenesis imperfecta und Osteoporose.

Abb. 2A: In den frühen 1980ern bewiesen Brighton, Bassett und andere, dass nicht verheilte Frakturen durch elektrische und magnetische Felder zum Heilen angeregt werden konnten. Laut FDA (die US-Gesundheitsbehörde, Anm. d. Übersetzers) gilt die Methode als sicher und wirksam.

Abb. 2A: In den frühen 1980ern bewiesen Brighton, Bassett und andere, dass nicht verheilte Frakturen durch elektrische und magnetische Felder zum Heilen angeregt werden konnten. Laut FDA (die US-Gesundheitsbehörde, Anm. d. Übersetzers) gilt die Methode als sicher und wirksam.

Die erste Zulassung für die Magnetfeldtherapie wurde von der FDA 1979 erteilt. Darauf aufbauende Forschung zeigte, dass die Heilung in anderen Geweben mit verschiedenen Frequenzen angeregt wurde. Abb. 2A zeigt eine Knochenheilungs-Apparatur, bei der Drahtspulen, in der Nähe des Bruchs platziert, einen Stromfluss im Knochen induzieren.
Die für die Gewebeheilungs-Stimulierung wichtigen Frequenzen befinden sich alle in dem biologisch entscheidenden ELF-Bereich (extremely low frequency = Niederfrequenzbereich). Zwei Schwingungen pro Sekunde (Hz) sind effektiv für die Regeneration von Nerven, 7 Hz sind optimal für Knochenwachstum, 10 Hz wird für Bänder verwendet und etwas höhere Frequenzen funktionieren bei Haut und Kapillaren.
Das Phänomen der Induktion wurde 1831 in England von Michael Faraday beschrieben. Er zeigte, dass ein messbarer Stromfluss in einem Leiter entstand, wenn man in der Nähe einen Magneten bewegte. Faradays Induktionsgesetz ist eine grundsätzliche Regel im Elektromagnetismus. Es ist die Grundlage für eine moderne Wissenschaft, die als Magnetobiologie bezeichnet wird und die Wirkungen von Magnetfeldern auf lebende Organismen erforscht.
Wichtig ist an all dem, dass es erwiesen ist, dass Anwender von diversen Heiltechniken, egal ob sie die Hände direkt auflegen oder nicht, wie Reiki, Akupressur, Aurabalance, Bowen, Craniosacral-Therapie, Rolfing, healing touch, Polaritätstherapie, Massage oder Zero Balancing ELF-Signale mit ihren Händen erzeugen können. Das wurde in einer wertvollen Studie von Dr. John Zimmerman entdeckt. Seine Ergebnisse sind in Abb. 2B zu sehen. Er fand heraus, dass dieses pulsierende Feld von den Händen der Anwender von Therapeutic Touch und Healing Touch erzeugt wird und Nicht-Anwender solche Signale nicht produzieren.

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Abb. 2B: ELF-elektromagnetische Signale werden von den Händen ausgebildeter Heiler erzeugt, von Personen ohne entsprechende Kenntnisse jedoch nicht.

Zimmerman zeigte, dass das vom Heiler erzeugte pulsierende Feld keine konstante Frequenz hatte, sondern ständig variierte. Die Frequenz wogte höher und tiefer durch die sehr ähnliche Bandbreite der ELF-Frequenzen, die medizinische Forscher bei ihren Untersuchungen als heilungsanregende Impulse in verschiedenen Geweben identifiziert hatten.
Demzufolge haben wir eine enorme Synergie zwischen klinischer Biomedizin und komplementärer Medizin aufgedeckt. Es scheint wahrscheinlich, dass eine Wirkung der verschiedenen energetischen Heilmethoden mit oder ohne Berührung ist, Gewebe die selben heilenden Frequenzen zuzuführen, die von medizinischen Forschern als Schlüssel zur Gewebeheilung identifiziert wurden. (siehe Abb. 2C.) Darüber hinaus ist weitere sorgfältige medizinische Forschung über die Mechanismen, wie diese Signale Zellen beeinflussen, gleichermaßen für beide Therapien gültig: konventionelle und komplementäre.

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Abb. 2C: Die Idee einer Interaktion von Feldern zwischen Individuen ist ein zentrales Thema in vielen Heiltechniken.

Die Grundlagenphysik der Induktion ist wichtig, weil sie hilft, einige der Wirkungen von Reiki und anderer ähnlicher Heilmethoden zu erklären. Im Wesentlichen können biomagnetische Felder, von den Händen der Heiler erzeugt, in Gewebe und Zellen von Individuen, die sich in der Nähe befinden, Stromflüsse induzieren. Belege, dass das aktuell möglich ist, ist ansprechend in der faszinierenden Abhandlung „Science of the Heart“ zusammengefasst, welches das Institute of HeartMath in Boulder Creek, Kalifornien, herausgegeben hat.
Als Ergebnis dieser Entdeckungen habe ich eine Definition herausgegeben, die gleichzeitig eine Hypothese ist: Heilenergie, erzeugt durch einen medizinischen Apparat oder abgestrahlt von einem menschlichen Körper, ist die Energie bestimmter Frequenzen oder einer Gruppe von Frequenzen, welche die Wiederherstellung eines oder mehrerer Gewebe stimulieren.

WLR: Können Sie aus Ihrer Forschung heraus den biologischen Mechanismus erklären, der für das menschliche Energiefeld verantwortlich ist?

JLO: Das biomagnetische Feld entsteht durch die pulsierenden elektrischen Ströme, die von den Geweben ausgehen. Das Gesamtfeld des Körpers, aus der Entfernung betrachtet, ist eine Zusammensetzung von allen diesen Feldern, von denen das Herz-Feld am stärksten ist. Da Blut gut leitet, pulsiert das ganze Kreislaufsystem bei jedem Herzschlag mit Elektrizität. Die zweitstärkste Elektrizitätsquelle ist die Netzhaut, die sich wie eine Batterie verhält, die ihre Polung ändert, wenn Licht auf sie fällt. Das drittstärkste Feld wird von den verschiedenen Muskeln produziert, wobei große Muskeln größere Felder erzeugen und kleine Muskeln, wie z.B. die Augenlider, kleinere Felder. Das Magnetfeld vom Gehirn ist etwa so stark wie ein Tausendstel des Herz-Feldes. Noch schwächer sind die von Hirn hervorgerufenen Felder, wenn ein Sinnesreiz wahrgenommen wird, wie ein Klang, ein Licht oder eine Berührung. Abschließend, sind die schwächsten Felder die vom Reizleitungssystem des Herzens, Purkinje-System genannt, dem His-Bündel und den Tawara-Schenkeln. Wie schon gesagt, ist das gesamte Feld eine Mischung von all diesen Feldern.

WLR: Sind die Messinstrumente so erschwinglich, dass Laien es sich leisten können, das menschliche Energiefeld nachzuweisen?

JLO: Die Antwort ist davon abhängig, welchen Teil des Feldes Sie messen möchten. Biomagnetische Messungen benötigen allgemein teures Equipment und abgeschirmte Räume, um sicher zu sein, dass keine Störungen des elektromagnetischen Umfeldes gemessen werden. Eine Ausnahme scheint die Ausstrahlung von Qi Gong Meistern und anderen zu sein, die fähig sind, sehr starke biomagnetische Felder zu erzeugen. Sie sind stark genug, um mit zwei Spulen mit je 80.000 Wicklungen und einem Verstärker ein Messergebnis zu erzeugen. Das wurde 1992 von Seto und Kollegen in Japan demonstriert (siehe Abb. 3). Und es gibt faszinierende Messungen vom elektrischen Feld des Herzens, die jeder mit do-it-yourself-Mitteln durchführen kann; sie sind von Shawn Carlson im Artikel „The Amateur Scientist“ im Magazin Scientific American in der Ausgabe vom Juni 2000 veröffentlicht worden. Außerdem gibt es Software und Hardware, um ein wichtiges Phänomen zu messen, welches als Herzfrequenzvariabilität bekannt ist*.

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Diese Instrumente können bei der Untersuchung von Reiki sehr wertvoll sein, wenn sich, wie ich es vermute, bewahrheitet, dass die involvierten Energien in Zusammenhang mit dem Energiefeld des Herzens stehen, welches ja das stärkste Feld ist, das der Körper erzeugt. Das Institute for HeartMath hat mit einer Studie über die Zusammenhänge zwischen Energiefeldern des Herzens und emotionalen Zuständen Pionierarbeit geleistet. Im Wesentlichen erzeugen Gefühle von Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit besonders harmonische Schwingungen im Frequenzspektrum des Elektrokardiogramms, welche sich im ganzen Körperfeld zeigen und jede Körperzelle positiv beeinflussen. Gleichermaßen haben Angst, Ärger und Sorge Einfluss auf das Feld und werden so über die energetischen Wege an jede Körperzelle kommuniziert.

WLR: Das ist extrem interessant! Viele Reiki-Anwender fühlen die Reiki-Energie durch das Herz ins System eindringen, von wo aus sie die Arme abwärts bis zu den Händen fließt. Können Sie uns eine wissenschaftlich fundierte Hypothese geben, die beschreibt, wie Reiki-Energie erzeugt werden könnte?

JLO: Von dieser Information ausgehend, ist eine mögliche Hypothese, dass wenn ein Reiki-Anwender mit der Behandlung beginnt, Emotionen wie Mitgefühl, Liebe und andere heilende Gefühle im Herz entstehen. Diese Gefühle verändern die elektrischen Energien des Herzens, die durch die Nerven übertragen werden und besonders durch das elektrisch leitende Gefäßsystem in die Hände gelangt, wo sie heilende Biofelder erzeugen, die in dem Klienten induziert werden.
Meine Vermutung ist, dass die Felder, die während einer Reiki-Anwendung erzeugt werden, minimal und sehr präzise auf spezielle Frequenzen eingestellt sind, so dass sie das Immunsystem und andere wichtige Körpersysteme stimulieren. Das ist eine Hypothese, die getestet werden muss.
Das Handauflegen ist eine alte Heilmethode und die verschiedenen Therapeuten, die mit der Energie arbeiteten und sie spürten, wortwörtlich jahrtausendelang, müssen als echte Pioniere betrachtet werden. Ich glaube, dass ihre Erfahrungen, wie die Wahrnehmung, dass die Aura mehrere Schichten hat, eines Tages als korrekt bewiesen sein wird. Wir werden ebenso herausfinden, was Chakren wirklich sind. Aus einer praktischen Perspektive hat die Wissenschaft der Biofelder eine Menge aufzuholen.

WLR: Wenn die Biofelder in den Händen der Heiler erzeugt wurden, wie heilen sie dann?

JLO: Die Entdeckung, dass pulsierende Magnetfelder das Verheilen von Knochen und anderem Gewebe stimulieren kann, führte zu einer ganzen Serie sorgfältiger Studien darüber, wie die Methoden funktionieren. Als Resultat haben wir ein detailliertes Verständnis davon, wie Energiefelder den Heilungsprozess in verschiedenem Gewebe anregen. Derzeit gibt es einige plausible Hypothesen, die untersucht werden. Ich werde die Hypothese beschreiben, die am sorgfältigsten untersucht wurde. Sie ist in Abb. 4 skizziert und kann als Signal-Kaskade bezeichnet werden.
Es gibt zwei Teile in der Geschichte: Zuerst haben wir ein detailliertes Bild von der Reaktions-Kaskade, die stattfindet von der Zelloberfläche zum Zytoplasma und weiter zum Kern und den Genen, wo selektive Prozesse auf die DNA dokumentiert wurden. Zweitens gibt es das Phänomen der Verstärkung, welches ein winziges Feld befähigt, eine große Wirkung zu erzielen. Diese Geschichte ist Teil einer Vorlesung, die A.G. Gilman 1994 hielt, als er den Nobelpreis für medizinische Physiologie erhielt. Entdeckt wurde, dass ein einzelnes Hormon-Molekül, ein Neurotransmitter oder ein einzelnes Photon elektromagnetischer Energie eine ganze zelluläre Reaktion auslösen kann. Eine der Schlüsselfunktionen im Verstärkungsprozess ist die Aktivierung eines Kalziumkanals, so dass hunderte von Kalzium-Ionen in die Zelle fließen können, wo sie diverse zelluläre Prozesse anstoßen, die zur Reparatur von verletztem oder krankem Gewebe führen.
Der wichtigste Aspekt dieser Forschung ist, dass sehr kleine Felder die besten Ergebnisse produzieren. Dies ist aktuell eine tiefgreifende und wesentliche Erkenntnis, die für jedes Gebiet der Medizin Folgen haben wird.
Wenn ein Therapeut nicht den gewünschten Effekt erhält, gibt es eine Tendenz, mehr zu machen, zu forcieren, die Intensität eines Apparates zu erhöhen oder ein Medikament höher zu dosieren. Moderne Forschung zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Lebende Gewebe reagieren nach neuesten Erkenntnissen weit sensibler, als wir jemals vermuteten. Nach einer Phase, in der viele Wissenschaftler sicher waren, dass beobachtete Empfindlichkeiten gegenüber Energiefeldern physikalisch unmöglich seien, wissen wir heute, dass biologische Systeme sich der simplen Logik widersetzen, dass stärkere Reize bessere Ergebnisse bewirken. Für viele lebende Systeme können extrem schwache Felder effektiver als starke sein.

Abb. 4: Die zelluläre Kaskade und Verstärkung.

Abb. 4: Die zelluläre Kaskade und Verstärkung.

Einer der Wege, wie diese Methoden funktionieren, ist die Kommunikationskanäle zu öffnen, über die sich Zellen innerhalb des Körpers miteinander „mitteilen“ und einen Freiraum zu schaffen, so dass sich Zellen zu den Plätzen bewegen können, wo sie gebraucht werden, um den Impuls für eine Heilung oder den Kampf gegen einen Erreger zu geben. Ein anderer Effekt dieser Methoden ist, die Person zu beruhigen, damit ihr Immunsystem problemlos arbeiten kann.

WLR: Gibt es einen möglichen biologischen Grund, warum manche Menschen das menschliche Energiefeld sehen oder spüren können?

JLO: Es gibt ein physikalisches Phänomen, welches auch nach Michael Faraday benannt ist: der Faraday-Effekt. Magnetische Felder verändern die Polarisation des Lichts. Das Auge ist sehr empfindlich für die Polarisation von Licht und ich glaube, dass manche Menschen die Fähigkeit haben, das Energiefeld des Körpers wahrzunehmen, in dem sie sich darauf einstellen, wie das Feld die Polarisation des Lichts verändert. Manche Menschen werden mit einer solch hochgradigen Sensibilität geboren und andere erwerben das später. Ich denke, dass das die Form von Vision ist, die manche Menschen befähigt, die Schichten des menschlichen Energiefeldes zu sehen.
Ein anderer zu berücksichtigender Mechanismus ist die Entdeckung einiger Wissenschaftler, dass die Netzhaut des Auges nicht nur auf Licht, sondern auch auf Magnetismus reagiert. Einige der besten Untersuchungen wurden mit Bienen gemacht. Sie benutzen magnetische Informationen zur Orientierung. Diese Forschung ist ziemlich weit entwickelt und Neurophysiologen haben spezifische Nerven gefunden, die vom Auge Signale senden, wenn ein Magnet in die Nähe des Auges gelangt. Ob das visuelle System jetzt auch ein magnetisches Bild seiner Umgebung bilden kann, bleibt ein interessantes Thema für weitere Studien.
Die beiden Herangehensweisen geben teilweise verschiedene Arten von Informationen über das menschliche Energiefeld. Mein Ziel ist es, zu sehen wie diese Beobachtungen zusammengefügt werden können um ein umfassenderes Bild zu geben, als jeder Ansatz für sich alleine könnte – und genau das passiert gerade.

WLR: Gibt es eine Korrelation zwischen Energiemedizin und Bewusstsein? Wenn ja, welche Rolle spielt das Bewusstsein in der Energiemedizin?

JLO: In Bezug auf das Bewusstsein haben einige Wissenschaftler vorgeschlagen, für das, was wir als Verstand bezeichnen, ein dreidimensionales neuromagnetisches Feld zugrunde zu legen, welches die reelle Substanz des Bewusstseins sei. Das sind interessante Konzepte, die ich in meinem neuen Buch „Energy Medicine in Therapeutics and Human Performance“ behandle, welches voraussichtlich im März 2003 veröffentlicht wird.
Die Art, wie dies die Energiemedizin beeinflusst, ist wichtig. Kein Problem ist dringender als die Auflösung von Traumata und traumatischen Erinnerungen. Das betrifft die individuelle Ebene und die Ebenen von Gesellschaften, Nationen und ethnischen Gruppen. Angesichts des jetzigen Zustands der Welt hat die Energiemedizin bei der Lösung von Traumata eine Schlüsselfunktion für unser künftiges Überleben. Drei wichtige Bücher vertiefen dieses Thema: „Trauma Energetics“ von William Redpath, „Energy Psychology“ von Gallo und „Waking the Tiger“ von Levine. Auch dieses Thema habe ich in meine neues Buch aufgenommen.

WLR: Reiki-Heiler berichten aus Erfahrung, dass sich die die Heilenergie von Reiki selbst leitet und tatsächlich so etwas wie eine höhere Intelligenz oder Kraft beinhaltet, die exakt die richtigen Schwingungen für den Klienten erzeugen. Diese höhere Intelligenz scheint ebenfalls die Anwender anzuleiten, ihre Hände zu den richtigen Körperstellen zu führen und für die adäquate Zeit an dieser Stelle zu lassen. Gibt es etwas in Ihrer Forschung, was auf diese Möglichkeit hinweist – die Existenz einer höheren Intelligenz, die Reiki-Energie und auch Anwender leitet?

JLO: Aus einer wissenschaftlichen Perspektive ist die höhere Intelligenz, auf die Sie sich beziehen, nichts anderes als das uns eigene, innere Wissen, welches wir alle haben und worauf wir zugreifen können, wenn wir unsere mentalen Prozesse entspannen und unserem Unterbewußtsein erlauben, auf die wichtigen Dinge zu fokussieren. In „The User Illusion“ beschreibt Tor Nørretranders, wie unser Bewusstsein jede Sekunde nur einen winzigen Bruchteil der 11 Mio. Bits von Informationen aufnimmt, die unsere Sinnesorgane zum Gehirn schicken. Der Großteil dieser Informationen geht in unser Unterbewusstsein, wo sie außerhalb unserer Aufmerksamkeit verarbeitet werden. Wenn wir also unserer Ahnung oder Intuition vertrauen, verlassen wir uns auf Informationen, die näher an der Realität sind, als das, was wir als Realität empfinden, einfach sie auf sehr viel mehr Informationen basieren, die auch Zeit hatten, innerlich verarbeitet zu werden. Wenn Sie also fähig sind, Ihr Denken abzuschalten, werden Sie merken, dass sich Ihre Hände, wie von Magneten gezogen zu den richtigen Körperstellen bewegen und Sie werden sie zur rechten Zeit zu anderen Stellen bewegen.
Ich glaube, eine der Möglichkeiten, wie das funktioniert, ist dass verletztes oder krankes Gewebe Signale aussendet, die in das Energiesystem der Hände induziert werden und sie so zu den richtigen Plätzen leiten. Diese Hypothese ist es wert, getestet zu werden.
Was die Möglichkeit eines inneren Mechanismus angeht, der das Biofeld des Reiki-Anwenders entsprechend den Bedürfnissen des Klienten automatisch regelt, habe ich in meinem neuen Buch darüber berichtet. Wenn Sie verstehen, dass lebende Gewebe aus halbleitendem Material bestehen und dass sie anspruchsvolle elektronische Schaltkreise bilden, wird klar, wie verschiedene Frequenzen sowohl aufgenommen als auch ausgesendet werden. Ich nenne dies das Betriebssystem des Körpers und vergleiche es mit dem eines Computers. Es ist ein System, welches still und unsichtbar im Hintergrund arbeitet und all die Aufgaben des Computers ausführt. Ebenso läuft das Betriebssystem des Körpers still und unsichtbar im Hintergrund von allem, was wir tun. Eine der Aktivitäten könnte sein, die Frequenzen der inneren Schaltkreise so zu regeln, wie es für die Situation am besten ist. Im Fall einer Reiki-Behandlung würde das beinhalten, dass das System des Anwenders sich auf die Schwingungen des Klienten einstellt und in dessen Gewebe ein anderes, ausgleichendes Signal projiziert wird. Das sind natürlich zu testende Hypothesen.
Mit den passenden Messgeräten könnten wir diese Interaktionen untersuchen und die Hypothese entweder bestätigen oder verwerfen. Dabei würden wir riesige Mengen von Informationen über den Körper gewinnen, was für alle Zweige der Medizin wertvoll wäre. So funktioniert Wissenschaft. Eine Hypothese zu haben, auch wenn sie falsch oder unvollständig ist, ist ein Vorteil gegenüber keiner Hypothese, weil es etwas gibt, was untersucht werden kann. Ob die Hypothese richtig oder falsch ist, ist weniger wichtig als die Informationen, die sich aus den Untersuchungen ergeben.

WLR: Beim zweiten Reiki-Grad lernen die Schüler, Reiki über die Entfernung zu senden. Die Stärke der heilenden Reiki-Energie scheint sich unabhängig von der Entfernung nicht zu verringern. Es kann genauso stark sein, wenn es ein Zimmer weiter oder zu jemandem auf der anderen Seite der Erde geschickt wird. Das widerspricht der normalen wissenschaftlichen Theorie der Strahlung von Energie, nach der mit zunehmendem Abstand von der Energiequelle die Stärke der Energie abnimmt. Gibt es einen wissenschaftlichen Weg, wie das passieren könnte?

JLO: Es gibt einige physikalische Phänomene, die eine Fernheilung erklären könnten. Skalarwellen z.B. haben die außergewöhnliche Eigenschaft, die Struktur des Raums überall und sofort zu beeinflussen. Sie haben daher keine Geschwindigkeit als solche und ihre Wirkung nimmt mit der Entfernung nicht ab.
Vor einem Jahrhundert wurde die Skalarwelle von der Physiktheorie vorausberechnet, aber Physiker warfen sie aus ihren Gleichungen heraus, weil sie einem Phänomen mit so beachtlichen Eigenschaften nicht ins Auge sehen wollten. Jetzt, wo es mehr experimentelle Belege für Fernheilungen und den Nutzen des Betens gibt, wird die Skalarwelle aufs neue untersucht, wegen Ihrer möglichen Rolle, solche Phänomene zu erklären. Das ist wichtig, weil viele der ergänzenden Therapien entdecken, dass Heilung lokal oder auf die Entfernung passiert.
Eine wertvolle Perspektive kommt von einem Quantenphysiker, Dr. Milo Wolff, der beschreibt, wie alles im Universum mit allem zusammenhängt. Seine Artikel sind für Nichtwissenschaftler verständlich geschrieben, während sie gleichzeitig auf der wissenschaftlichen Ebene sehr scharfsinnig und exakt sind. Seine faszinierenden Konzepte integrieren die Eigenschaften von Kosmos, Materie und physikalischen Gesetzen.
Abb. 5 zeigt, wie das funktioniert. Sie ist von Milo und zeigt Quantenwellen von einem Materieteilchen. Seine Existenz ist abhängig von den Wechselwirkungen zwischen seinen eigenen, ausgesendeten Wellen und den Wellen die von allen anderen Teilchen im Universum bei ihm eindringen. Das heißt, das Teilchen steht in abhängiger Wechselwirkung mit allen anderen Teilchen im Universum. Ich denke, Milos Aussagen sind korrekt.

Abb. 5: Die Existenz eines Teilchens physikalischer Materie ist in seinen Wechselwirkungen über Quantenwellen von allen anderen Teilchen abhängig.

Abb. 5: Die Existenz eines Teilchens physikalischer Materie ist in seinen Wechselwirkungen über Quantenwellen von allen anderen Teilchen abhängig.

Ein anderer Aspekt ist die sogenannte Nicht-Lokalität von Quanten, Untrennbarkeit, Bellsche Ungleichheit oder der „EPR effect“ (Für Einstein, Podolski und Rosen, die 1935 eine wichtige Abhandlung schrieben). Das ist ein Quantenphänomen, welches dem gesunden Menschenverstand völlig zuwider läuft oder uns zeigt, dass die Welt nicht wirklich gemäß dem gesunden Menschenverstand funktioniert. Die Existenz dieses Phänomens wurde 1983 in besonderem Maße von dem französischen Team um Alain Aspect experimentell bewiesen.
Ein Experiment, das die Nichtlokalität von Quanten zeigt, beinhaltet es, Kalziumatome in einen instabilen Energiezustand zu versetzen, so dass sie ein Paar identische Photonen in entgegengesetzter Richtung mit Lichtgeschwindigkeit abstoßen. Da diese sich in Lichtgeschwindigkeit auseinander bewegen, wird ihre Geschwindigkeit addiert, so dass sie sich mit der doppelten Lichtgeschwindigkeit voneinander entfernen. Moderne Technologie erlaubt uns, das Verhalten dieser beiden, sich auseinander bewegenden Photonen aufzuzeichnen. Das Verhalten erscheint sehr seltsam. Wenn bei einem der Photonen durch Polarisation die Rotation geändert wird, ändert sich auch die Rotation des anderen. Das eine Photon scheint seinem Zwilling eine Nachricht zu senden, was mit ihm passiert, egal wo sie sich befinden oder wie schnell sie sich auseinander bewegen. Da laut Relativitätstheorie keine Nachricht schneller als Lichtgeschwindigkeit sein kann, ist nur der Schluss möglich, dass es eine unmittelbare Kommunikation zwischen den beiden Photonen gibt, die aus dem selben Kalziumatom stammen. Einstein nannte dies „geisterhafte Fernwirkung“. Es ist, als wenn die Teilung der Teilchen eine Illusion wäre – wenn Teilchen einmal verbunden waren, bleiben sie immer zusammen. Da alle Materie des Universums vor dem Urknall an einem Ort gesammelt war, bleibt sie über alle andere Materie verbunden. Milo Wolffs Konzepte beschreiben die Basis dafür.
Weil diese Entdeckungen dem gesunden Menschenverstand zu widersprechen scheinen, haben Physiker die Versuche sorgfältig zepflückt, um Fehler zu finden. Die Diskussion dieses Themas geht bei den Physikern weiter, wobei einige die Nichtlokalität akzeptieren und andere nicht.
Eine lesbare Darstellung findet sich im Buch „Syncronicity“ von F. David Peat. Auch Ken Wilber und Larry Dossey haben darüber ausführlich geschrieben. Auf einer Heiler-Konferenz hat er kürzlich bemerkt, dass es nicht ein bisschen Nichtlokalität gibt. Entweder ist das die Art, wie das Universum funktioniert, oder nicht. Viele Phänomene deuten auf die Gültigkeit der Nichtlokalität hin.

WLR: Die Reiki-Einstimmung ist ein einmaliger Teil des Reiki-Kurses. Um eine Reiki-Anwendung geben zu können, muss eine Person diese Fähigkeit nicht extra trainieren. Die Fähigkeit wird durch einen Einstimmungsprozeß vom Lehrer an den Schüler weitergegeben. Die Einstimmung scheint die Fähigkeit beim Schüler zu aktivieren, Reiki zu kanalisieren und es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen der Heilkraft, die der Schüler vorher und nachher hat. Gibt es etwas in Ihrem Verständnis von Biologie oder Wissenschaft, was erklärt, wie das möglich ist?

JLO: Wie bei anderen Aspekten der Energiemedizin ist es möglich, zu testende Hypothesen vorzuschlagen. Meine Vermutung ist, dass bei der Einstimmung eine Frequenz oder Frequenzgruppe vom Lehrer über das Energiefeld an den Schüler übertragen wird, woran er sich dauerhaft erinnert. Der Erinnerungsprozess ist schätzungsweise ähnlich dem der Homöopathie, wo die elektromagnetische Signatur einer Substanz auf Wasser übertragen wird. Während einige Wissenschaftler der Vorstellung von Erinnerungen im Wasser mit großem Zweifel gegenüberstehen, forschen andere, um herauszufinden, wie es funktioniert. Dafür sind einige gute Hypothesen entwickelt worden. Der menschliche Körper enthält ein Wassersystem, welches als brauchbare Antenne für Felder in der Umgebung dient und dieses Wassersystem könnte ebenso die Frequenzen empfangen, so wie Wasser von einem homöopathischen Medikament.

WLR: In welche Richtung geht Ihrer Ansicht nach die wissenschaftliche Forschung der Energiemedizin und was für Entwicklungen sehen Sie für die Zukunft?

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Energiemedizin: Konzepte und ihre wissenschaftliche Basis

JLO: Die Energiemedizin ist erwachsen geworden, die alten Argumente von Vitalismus gegen mechanisches Weltbild sind aufgelöst und es sind Methoden entwickelt worden, das menschliche Energiefeld zu messen. Meiner Meinung nach wird die Erforschung der Felder, die während Reiki- oder anderen energetischen Heil-Anwendungen entstehen, mit den bestehenden Messinstrumenten eine der interessantesten Untersuchungen werden. Es ist auch wichtig zu beachten, dass Heilen nicht immer beinhaltet, einer Person Heilenergie zuzuführen; manchmal kann es bedeuten, von einer kranken oder verletzten Stelle Energie zu entfernen. Daher ist es auch wichtig, die Art der Felder zu untersuchen, die von beschädigtem oder krankem Gewebe ausgehen.
Ein anderes faszinierendes Gebiet ist die Quantenholografie. Edgar Mitchell, der frühere Apollo-Astronaut, der das „Insitute for Noetic Sciences“ gründete, hat ein lebhaftes Interesse an diesem Thema entwickelt und im Buch „Clinical Applications of Bioelectromagnetic Medicine“, herausgegeben von Paul Rosch und Marko Markov, demnächst veröffentlicht von Marcel Dekker, New York, ein faszinierendes Kapitel darüber geschrieben. Eine Ansicht der Quantenholografie ist, dass jede Biomaterie, vom Einzeller bis zum Organismus, innerlich durch nichtlokalen Quanten-Zusammenhalt informativ verbunden ist (solitäre Welle) und äußerlich mit der größeren Umgebung durch zusammenhängende Quanten-Strahlung. Eine andere Ansicht besagt, dass Photonenstrahlen von lebender Materie Informationen des gesamten Organismus enthalten.
Wie ich es überblicke, glaube ich, dass die Untersuchung von Quantenzusammenhalt die ganze Medizin auf eine andere Ebene bringen wird und viele als Wunder angesehene Heilungen der Vergangenheit einfacher zu verstehen, zu erklären und auch zu wiederholen sein werden. Das könnte der Schlüssel für Spontan-Heilungen sein, das Thema eines Bestsellers von Andrew Weil (1995). Er fand heraus, dass „…alle Kreisläufe und Mechanismen da sind; das Problem sei lediglich, die richtigen Schalter zu finden um den Prozess zu starten.“ Ich glaube, es wird eine Zeit kommen, wenn Quantenzusammenhalt und andere wissenschaftliche Wege uns zeigen werden, wie die Schalter, von denen Andrew Weil in seinem Buch spricht, zu bedienen sind.
Wir haben die Methoden, um all diese Untersuchungen zu machen und ich richte alle Erwartungen darauf, dass dies uns zu einer neuen, effektiveren, weniger teuren, und einfacheren Medizin führen wird, als der unseres aktuellen Systems. Ich würde ein Forschungszentrum begrüßen, das nichts anderes tut, als die Art der Felder zu untersuchen, die von krankem und verletztem Gewebe ausgehen, ebenso wie die physiologischen Wirkungen der Signale, die Reiki oder andere Therapien erzeugen.
Die Antworten all dieser wichtigen Fragen werden sich ergeben, wenn die moderne Wissenschaft anfängt, jene Menschen zu hören und zu studieren, die seit langem Erfahrung haben in der Anwendung von Energiemedizin – eine Medizin, die es lange gab, bevor so etwas wie Wissenschaft existierte.

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Liste von Equipment und Software, um das menschliche Energiefeld zu messen:

James Oschman betreibt mit seiner Frau, Nora Oschman, in Dover, New Hampshire, USA die „Nature’s Own Research Association. Er hält Vorträge in den USA und Europa und kann folgendermaßen erreicht werden:
Telefon: 603-742-3789
Fax: 609-742-4695
Mail:  j o s c h m a n ( a t ) a o l . c o m
Web: www.energyresearch.bizland.com

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Der obige Artikel ist eine Übersetzung des Nachdrucks vom „Reiki News Magazine“ vom Winter 2002. Übersetzung von Moritz Albrecht-Schoeck mit freundlicher Genehmigung von William Lee Rand, der den Originalartikel auf seiner Website www.reiki.org als PDF zur Verfügung stellt.

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  2. In verschiedenen alternativen Therapieformen beziehen wir uns auf Heil-Energie. Was...
  3. Wenn die Biofelder in den Händen der Heiler erzeugt wurden, wie...
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