Unheilige Heilung? Katholische Kirche lehnt Reiki ab.

Einer der größten Dienste im Hospice of Frederick County für den schwerkranken Gatten von Mary Rice waren Reiki-Anwendungen von ehrenamtlichen Helfern.
„Morphium, Beruhigungs- und Schmerzmittel – nichts davon brachte den inneren und äußeren Frieden, den Reiki erzeugte,“ sagte Mrs. Rice. „Es hatte eine solche schmerzlindernde Wirkung und der Unterschied zwischen vorher und nachher war unglaublich! Er konnte so friedvoll gehen.“
Allerdings ist es ab jetzt möglich, dass die japanische Heilmethode für alle, deren Gesundheitsversorger katholisch ausgerichtet ist, nicht mehr zur Verfügung steht.
Ende letzten Monats ächteten katholische Bischöfe in den USA Reiki, was sich künftig auf die katholischen Patienten und gesundheitlichen Einrichtungen auswirken wird. Thomas G. Weinandy, der Geschäftsführer der für Glaubensfragen zuständigen Stelle der US-Amerikanischen Bischofskonferenz erklärte, dass es die Kirche von nun an für ihre Laien und klerikalen Mitglieder für unangemessen hält, Reiki zu praktizieren oder empfangen.
Die Bischofskonferenz verfügt über keine Möglichkeit, diese Richtlinie durchzusetzen, so dass jede Erzdiözese selbst enscheiden wird, wie weit sie diese umsetzt, bemerkt Weinandy.
Der Bericht, der am 26. März erschien, bezeichnete Reiki als unwissenschaftlich und untragbar sowohl für katholische Institutionen wie Krankenhäuser, Heime und Universitäten als auch für Nonnen und Geistliche.
Entdeckt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hat Reiki eine hohe Akzeptanz in Krankenhäusern und Hospizen gewonnen. Das Frederick Memorial Hospital Regional Cancer Therapy Center und das Hospice of Frederick bieten Reiki von ehrenamtlichen Helfern an.
Miriam Klements, eine Reiki-Meisterin aus Frederick, erklärt, dass im ganzen Land Reiki als ergänzende Therapie von vielen medizinischen Einrichtungen angeboten wird, u.a. auch im University of Maryland Shock Trauma Center.
„Es ist eine natürliche Technik, Stress zu reduzieren, ruft Entspannung und einen Zustand des Wohlfühlens hervor,“ sagt Klements. „Es verändert den Fluß von Hormonen und chemischen Reaktionen und hilft dem Körper, auszuruhen und zu heilen.
Die Bischöfe schrieben, dass Reiki meist als spirituelle Heilung beschrieben wird, im Gegensatz zu dem, was man als physische Heilung bezeichnet.
Das National Center for Complementary and Alternative Medicine am National Institute of Health beschreibt Reiki als „eine Idee, dass eine universelle Energie die körpereigenen Heilkräfte aktiviert und unterstützt.“
In Reiki-Anwendungen liegt oder sitzt der Klient bequem und ist vollständig bekleidet. Die Hände des Praktizierenden liegen leicht auf oder etwas über dem Körper des Klienten an etwa einem Dutzend Positionen, die entlang des Körpers zu einer Heilung führen.
Die katholischen Bischöfe machen einen radikalen Unterschied zwischen Reiki und der Heilung, die durch die von Christen angenommene götliche Kraft geschieht, geltend.
„Für Christen ist der Zugang zu göttlicher Heilung das Gebet zu Christus als Herrn und Erlöser,“ macht ihr Bericht deutlich. „Die Essenz von Reiki hingegen ist kein Gebet sondern eine Technik, die vom Reiki-Meister an den Schüler weitergegeben wird, eine Technik, die einmal erlernt, zuverlässig die erwarteten Ergebnisse erzeugen wird.“
Für Katholiken stellt der Glaube an Reiki Probleme dar, wie der Bericht bemerkt. „Reiki kann weder durch die Naturwissenschaften, noch durch den christlichen Glauben erklärt werden.“ Die Richtlinie warnt weiter, dass Reiki für die spirituelle Gesundheit „wichtige Gefahren“ darstellt. Die Bischöfe erklärten dann, dass es keinen Beweis für die Wirksamkeit von Reiki gäbe, obwohl bereits veröffentlichte Studien zeigen, dass Reiki wirksam Stress, Blutdruck und Herzfrequenz senken kann.
Eine Studie an 45 Patienten im Institute of Neurological Sciences am South Glasgow University Hospital zeigte, „dass die Herzfrequenz und der diastolische Blutdruck bei der mit Reiki behandelten Gruppe erheblich sank, im Vergleich zu einer Placebo- und einer Kontrollgruppe.“ Eine Studie an der University of Arizona fand heraus, dass Reiki effektiv die Herzfrequenz bei gestressten und entspannten Ratten verändert, „und den Einsatz als Stressverminderer bei Menschen unterstützte.“
Der Kampf der katholischen Kirche gegen Reiki hat erst begonnen…
Beachten Sie – wie alle „heiligen Kriege“ – kann auch das fürchterlich werden.

Dieser Artikel ist eine Übersetzung des Artikels „Unholy Healing? Catholic Church Renounces Reiki.“

Erstellt am Sonntag, den 24. Mai 2009 um 18:14 Uhr.


"zu-fälliger" geistes-blitz:

Es gibt auf der Welt einen einzigen Weg, welchen niemand gehen kann, außer dir. Wohin er führt, frage nicht! Gehe ihn! (Friedrich Wilhelm Nietzsche)


2 Reaktionen zu “Unheilige Heilung? Katholische Kirche lehnt Reiki ab.”

  1. Erklärung vom Bischöflichen Generalvikariat Münster:
    2. Alternative Heilungsmethoden und Krankenhausseelsorge
    Sie berichten zutreffend, dass es katholische Krankenhäuser gibt (hier z. B. das St.Joseph-
    Krankenhaus in Berlin-Tempelhof), in denen unter der Überschrift,,Heilende Hände“ alternative
    Heilungsmethoden eingesetzt werden (2. B. als Verfahren im Bereich des Schmerzmanagements,
    ,,Therapeutic Touch“). Auch wissen wir von Klinikseelsorgern bzw. Klinikseelsorgerinnen aus
    anderen Bistümern/Landeskirchen, die eine Ausbildung unter dem Namen,,Heilende Hände“
    begonnen haben. Deren zugrunde liegende Motivation ist der Wunsch nach einer ,,ganzheitlichen
    Begegnung“ mit den Menschen.
    3. Wie ist der Einsatz von Heilerinnen bzw. Heilern aus seelsorglicher Sicht zu bewerten?
    a) Wir verkünden die heilende Kraft Jesu Christi und jener Heilzusage, welche auch den Kranken
    und Leidenden gilt. Nach dem biblischen Verständnis liegen die heilenden Kräfte nicht in der
    Natur des Menschen, sondern werden ihm von Gott geschenkt.

    Wie bereits oben gesagt, ist die Wirksamkeit von ,,Reiki“ im Hinblick auf die Heilung von Krankheiten trotz zahlreicher Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen wissenschaftlich nicht plausibel und bisher nicht belegt worden.
     
    Verantwortlich für die Therapie ist in jedem Fall der Arzt, der den Patienten auch umfassend über die gewählte Therapie und (wissenschaftlich anerkannte) alternative Therapieformen aufzuklären hat. Je weiter sich eine Therapie vom wissenschaftlichen Standard entfernt, umso höher ist die Aufklärungspflicht. Nach unserer Auffassung, ist ein Krankenhaus demnach als Institution nach geltendem Recht daran gehindert, ein solches alternatives Heilungsangebot als „institutionalisiertes“ Angebot zumachen.
     Selbstverständlich kann jeder Patient auch in einem katholischen Krankenhaus oder Altenheim den Besuch empfangen, den er wünscht und der sich an die Ordnung der jeweiligen Einrichtung hält. Wenn also ein Patient einen Wunderheiler als Besuch wünscht, ist dagegen nichts einzuwenden, solange die ärztliche Therapie oder andere
    pflegerische Maßnahmen nicht gefährdet sind und dieser Wunderheiler sich an die Ordnung der
    Einrichtung hält sowie andere Patienten nicht behelligt werden.
    Sehr geehrter Herr Büsken, soweit unsere Stellungsnahme. Wie ich Ihnen bereits in meiner E-Mail vom 27. Juni 2013 geschrieben habe, bleibt es den Trägern der jeweiligen Einrichtungen
    vorbehalten, im Rahmen der in der Stellungsnahme beschriebenen juristischen und pastoralen
    Aspekte alternative Therapien und Heilungsdienste zuzulassen oder nicht.
    Mit guten Wünschen und freundlichen Grüßen
     
    Leiter der Hauptabteilung Seelsorge

    Die Kirche scheint ihre Einstellung zu Reiki geändert zu haben.

  2. Ich wei noch nicht lange, dass ich heilende Hände habe und wollte sie unentgeltlich den Leuten in den Altenheimen zur Verfügung stellen.
    Die Einstellung der Kirche verhinderte das.
    Mehr darüber: http://www.hermann-buesken.de/kirche_und_reiki
    Grüsse H.Büsken

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